Was mich veranlasste, die Firma ANIMA-GmbH zu gründen

Es gab in unserer Familie ein Schlüsselerlebnis: Eine liebe Verwandte war seit einiger Zeit mehr und mehr altersverwirrt. Bei einem kurzen Krankenhausaufenthalt wurde sie in einer Nacht desorientiert aufgegriffen und zu ihrem Schutz mit einem Gurt am Bett fixiert. Als ich dies erfuhr, hat mich die Tatsache nicht losgelassen, dass diese freiheitsentziehende Maßnahme für einen Menschen fast unerträglich ist.

Wir hatten für unsere Verwandte, zurück aus dem Krankenhaus, ein Pflegebett besorgt, an dem das Schutzgitter nachts hochgezogen wurde. Doch gleich in der ersten Nacht zu Hause passierte das, was bei der alten Dame aufgrund ihrer körperlichen Schwäche gar nicht möglich schien: sie überstieg das Bettgitter und stürzte auf den Boden.

Dies war zwar nicht so folgenschwer, wie es bei einem solchen Sturz oft der Fall ist, zum Beispiel ein Oberschenkelhalsbruch. Doch für unsere Familie war die Tatsache, dass ein altersverwirrter Mensch auf diese Art und Weise zu Tode kommen kann, Grund genug, über die Abwendung eines solchen möglichen Schicksals nachzudenken.

Glücklicherweise gibt es in unserer Familie einen "Tüftler", bei dem Hobby und Techniker-Beruf dasselbe ist. Schon am nächsten Tag wurde am Pflegebettkopf- und -fußstück ein Lichtschrankensystem angebracht, welches über ein Handfunkgerät ein Notrufsignal abgab, sobald die bettlägerige Person durch Anheben des Bettzeugs oder ihres Körpers die Lichtschranke unterbrach.

Bevor die Pflegebedürftige das Bett verließ, wurde das Vorhaben bereits gemeldet. Schnelle Hilfe wurde gerufen, so dass ein Sturz sicher verhindert war.

Diese permanente Sicherheit der Pflegebedürftigen "rund um die Uhr" und die Entlastung der Pflegenden waren Motivation und Aufgabe für die am Geschehen Beteiligten, den Prototyp eines Bettnotrufsystems weiter zu entwickeln, zur Serienreife zu bringen und die technische Neuheit zum Patent anzumelden (Titel: "Einrichtung zur Pflegebettenfernüberwachung").

Es ist ein langer Weg zwischen Verwirklichung einer Idee und der Marktreife. Parallel zu dem technischen Verlauf habe ich die ANIMA-GmbH gegründet, um damit bei den potentiellen Anwendern den Bedarf an unserer Innovation zu ermitteln.

Meine Besuche zur praktischen Vorführung des Bettnotrufsystems per Lichtschranke "ANI 874" führten mich in Alten- und Pflegeheime, in psychiatrische Einrichtungen und Kliniken mit Fachabteilungen Geriatrie und Gerontopsychiatrie. Überall ist das Echo positiv, denn in allen Einrichtungen wohnen auf Dauer oder kurzzeitig pflegebedürftige Menschen mit mehr oder minder stark ausgeprägter Demenz.

Und nicht nur (alters-) verwirrte Menschen können zu ihrem Schutz und Sicherheit mit dem Notrufsystem überwacht werden, sondern findet ein solches System, bei dem kein Knopf zur Notrufauslösung gedrückt werden muss, auch großes Interesse bei Kranken anderer Art, wie Alzheimer, Parkinson (Schüttellähmung), Multiple Sklerose (MS). Oder bei einem Schlaganfall, wenn der so Betroffene nach nur kurzem Krankenhausaufenthalt in seine Familie zurück kommt und diese mit völlig neuen Problemen belastet wird. Hier ist ein Notruf-System, bei dem der Kranke bewusst oder unbewusst ein Signal auslöst, eine große Hilfe.

Viele Anwendungsgebiete ergeben sich aus der Praxis und sind mir erst bekannt geworden, als ich von den professionellen Pflegekräften auf den Stationen der Einrichtungen unterschiedliche Probleme erfuhr und diese häufig mit dem Bettnotrufsystem per Lichtschranke "ANI 874" lösen half. Ich denke zum Beispiel an die Frau, die geistig fit war, aber kein bisschen Kraft in ihren Händen hatte, um einen Knopf zu drücken. Sie konnte ihre Arme heben, um damit die Lichtschranke zu unterbrechen und erbetene Hilfe zu rufen.

Etwas Bemerkenswertes ist mir aufgefallen: die hohe Motivation der Pflegekräfte. Sie wollen den ihnen anvertrauten Pflegebedürftigen die bestmögliche Betreuung zukommen lassen und sind deshalb aufgeschlossen für jegliche Hilfe, die ihnen bei ihrer knappen Zeit und anspruchsvollen Tätigkeit geboten wird.

Dies hat mich veranlasst, die ANIMA-GmbH zu gründen und mit Freude zu betreiben.



Christa Kissenkötter
(Geschäftsführerin der ANIMA-GmbH)
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